Anmelden


Der Einsatz von Gesichtserkennungskameras durch den britischen Einzelhändler Co-Op wird von Datenschützern rechtlich angefochten

Die Gruppe Big Brother Watch, die sich für den Schutz der Privatsphäre einsetzt, hat bei der britischen Datenschutzbehörde (Information Commissioner's Office) eine förmliche Beschwerde über den Einsatz der Gesichtserkennungstechnologie in 35 Co-Op-Filialen eingereicht.

HolmesGardenPhoto-AlamyStock-CoOpConvenienceRetailer-2235 Filialen der Co-Op-Kette im Süden des Landes nutzen das von Facewatch bereitgestellte Gesichtserkennungskamerasystem, das "Ladendiebstähle verringern und ein sichereres Umfeld schaffen" soll. Zu den Filialen, in denen das System im Einsatz ist, gehören unter anderem Portsmouth, Southampton, Hove und Croydon.

Facewatch sagt, dass die Gesichtserkennung "dort eingesetzt werden kann, wo es notwendig ist, weil andere Methoden zur Verbrechensverhütung, wie z. B. Polizeiarbeit, Videoüberwachung und Bewachung, erfolglos waren. Jeder Eingriff in die Privatsphäre ist minimal und verhältnismäßig".

In einer Erklärung gegenüber der BBC erklärte Co-Op, dass man eine Rückmeldung des Informationsbeauftragten begrüßen würde, und wies auf die aushängenden Schilder hin. Das Unternehmen fügte hinzu, dass es seine Verantwortung in Bezug auf die Nutzung der Gesichtserkennung und die Rechte der Kunden "sehr ernst" nehme und argumentierte, dass die Technologie einen "bedeutenden Unterschied" zum Schutz von Kollegen und Kunden gemacht habe.

Das Gesichtserkennungssystem wird angeblich nur in Geschäften mit einer kriminellen Vergangenheit eingesetzt, um das Personal zu schützen - die Southern Co-Op betreibt 200 Verbrauchermärkte. Die Bilder werden analysiert und in biometrische Daten umgewandelt, die mit einer Datenbank von Personen verglichen werden, die in der Vergangenheit in den Läden gestohlen haben.

Ein Sprecher betonte, dass die Überwachungsliste ausschließlich auf Personen basiere, bei denen das Unternehmen Beweise für kriminelles Verhalten habe, und nicht nur auf Personen mit einer Vorstrafe.

Diejenigen, die auf der Beobachtungsliste stünden, würden gebeten, das Geschäft zu verlassen, oder vom Personal angesprochen und gefragt, wie sie helfen könnten, um deutlich zu machen, dass ihre Anwesenheit bekannt sei, so die BBC.