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Europäische Kommission beauftragt STELLAR-Konsortium einschließlich F24

Die Generaldirektion für Verteidigungsindustrie und Weltraum (DEFIS) der Europäischen Kommission vergibt den Zuschlag „Emergency Warning Service Demonstrator“ an das STELLAR-Konsortium, bestehend aus Telespazio (FR), F24 (FR/GER), der European Emergency Number Association (BE), dem Centre National d'Etudes Spatiales (FR) und Thales Alenia Space (FR).

Das entsprechende Projekt wird dazu beitragen, einen neuen Lösungsansatz zu konsolidieren und zu testen, mit dem die Bevölkerung im Falle einer drohenden Katastrophe in großem Umfang erreicht werden kann.

Der Notfallwarndienst (Emergency Warning Service, EWS) ist ein neuer Service im Rahmen des Galileo-Programms, der den nationalen Katastrophenschutzbehörden zur Verfügung gestellt wird, um die Bevölkerung im Falle einer drohenden Katastrophe zu warnen – auch in Fällen, in denen die herkömmlichen terrestrischen Warnsysteme nicht mit voller Kapazität arbeiten.

Ziel dieses STELLAR-Projekts ist es, das Potenzial des künftigen Notfallwarndienstes zu demonstrieren, der bis 2024 über die Infrastruktur des Europäischen Globalen Navigationssatellitensystems (Galileo) bereitgestellt werden soll.

Als Teil des STELLAR-Konsortiums ist es das Ziel von F24, europäische sowie nationale Behörden mit fundiertem Wissen und Erfahrungen im Bereich Krisenmanagement und Massenalarmierung zu unterstützen.

„Wir sind stolz darauf, Teil einer so wichtigen Initiative auf europäischer Ebene zu sein. Wir haben in ganz Europa und darüber hinaus wertvolle Erfahrungen gesammelt und freuen uns, zu dieser wichtigen Plattform beizutragen, um die Sicherheit der Menschen in Europa bestmöglich zu gewährleisten“, sagt Dr. Jörg Rahmer, Vorstandssprecher von F24.

Erster Anbieter mit der Möglichkeit, die Integration von Galileo in öffentliche Warnsysteme zu testen

Das ausgewählte Konsortium wurde beauftragt, den operativen Bedarf der nationalen Katastrophenschutzbehörden der EU an einer Galileo-Alarmierungslösung zu analysieren und aufzuzeigen, wie dieser Dienst sie bei der Entwicklung einer belastbaren Strategie für den Umgang mit Krisensituationen unterstützen könnte. Dieses Projekt umfasst mehrere Demonstrationen mit nationalen Behörden in der EU. Technisch betrachtet zielt STELLAR darauf ab, den End-to-End-Prozess der Bereitstellung von Warnungen/Alarmierungen über die Galileo-Infrastrukturen und das Satellitensignal zu testen und näher zu spezifizieren. Das Projekt STELLAR wird im Rahmen des EU-Rahmenprogramms Horizon Europe für Forschung und Innovation in der Satellitennavigation gefördert.

Forschung und Entwicklung stand und steht bei F24 im Fokus, um seinen Kunden die innovativsten und effizientesten Lösungen anbieten zu können. Mit der Galileo-Initiative wird F24 nun in der Lage sein, das bisherige Know-How im Bereich öffentliche Warnsysteme weiter zu vertiefen, die Möglichkeiten der Multi-Kanal Alarmierung zu erweitern und der erste PWS-Anbieter in der EU zu werden, der den zukünftigen Galileo-Notfallwarndienst testet.

David Gurle, Aufsichtsratsvorsitzender von F24 sowie Unternehmer (u.a. bei Perzo, Symphony und Hive) und ehemaliger leitender Angestellter bei Microsoft, Skype und Thomson Reuters, sagt dazu: „Effiziente und zuverlässige Alarmierung ist zu einer der wichtigsten Aufgaben in der heutigen Welt geworden, in der komplexe Krisensituationen sowohl Regierungen als auch Unternehmen täglich vor neue Herausforderungen stellen. Die Bedeutung dieses Projekts kann nicht genug betont werden. F24 hat seine Rolle als Vorreiter im Bereich Alarmierung und Krisenmanagement seit mehr als 20 Jahren bewiesen.“

Der Europäische Notfallwarn Service und das Raumfahrtprogramm der Union 

Mit der Verordnung (EU) 2021/696 zur Einrichtung des Raumfahrtprogramms führt die Europäische Union einen neuen Dienst in das Galileo-Portfolio ein. Dieser zielt darauf ab, die Öffentlichkeit zu alarmieren, wenn diese einer bevorstehenden Bedrohung (einer natürlichen oder vom Menschen verursachten Gefahr) ausgesetzt ist: den Notfallwarndienst (EWS). Wie in der Verordnung festgelegt, „umfassen die von Galileo bereitgestellten Dienste [...] einen Notfalldienst, der durch Aussendung von Satellitensignalen Warnungen vor Naturkatastrophen oder anderen Notfällen in bestimmten Gebieten aussendet“. Das EWS wurde als Frühwarnsystem in Verbindung mit anderen, in den EU-Mitgliedstaaten bereits bestehenden, Systemen konzipiert. Die wichtigsten Funktionen der Galileo-Infrastruktur, die im Rahmen des EWS genutzt werden sollen, sind: 

  • Ein zentraler Zugriff auf die Galileo-Infrastruktur für nationale Alarmierungsdienste,
  • Globale Abdeckung über das Galileo-Signal im Weltraum, unabhängig vom terrestrischen Mobilfunk- oder Internetzugang,
  • Verbreitung einer Ratgeber-/Warn-/Alarmierungsnachricht, einschließlich der damit verbundenen Anweisungen zur Reaktion,
  • Eine in der Nachricht geografisch kodierte Information über das Gefahrengebiet, um nur die betroffene Bevölkerung zu alarmieren.
     

Über die Europäische Kommission, Generaldirektion für Verteidigungsindustrie und Weltraum (DEFIS), DEFIS.C.2 - Satellitennavigation

DEFIS verantwortet die Tätigkeiten der Europäischen Kommission in den Bereichen Verteidigungsindustrie und Weltraum federführend. Im Bereich Raumfahrt beaufsichtigt die Generaldirektion DEFIS die Umsetzung des EU-Raumfahrtprogramms, das aus dem Europäischen Erdbeobachtungsprogramm (Copernicus), dem Europäischen Globalen Navigationssatellitensystem (Galileo), dem Europäischen Geostationären Navigations-Overlay-Dienst (EGNOS) sowie aus dem Programm Space Situational Awareness und des Satellitenkommunikationsdienstes GOVSATCOM besteht.