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Europol: Kokainlabor im industriellen Maßstab in Rotterdam entdeckt

Die Zusammenarbeit zwischen der französischen Gendarmerie (Gendarmerie Nationale) und der niederländischen Polizei (Politie) im Rahmen der Ermittlungen gegen Encrochat hat zur Entdeckung eines Kokainlabors im industriellen Maßstab in der niederländischen Stadt Rotterdam geführt.

Auf Informationen von Europol und der französischen Gendarmerie hin durchsuchten 80 niederländische Polizeibeamte in Begleitung ihrer SWAT-Teams und Spezialhunde in den frühen Morgenstunden des 26. Mai mehrere Adressen in den Städten Rotterdam und Den Haag. Das heimliche Drogenlabor wurde in einem Gebäude versteckt gefunden, in dem sich auch eine Garage befindet, die von Kriminellen genutzt wird, um Fahrzeuge mit Geheimfächern für den Transport von Drogen durch Europa anzupassen. Vor Ort wurden insgesamt 7 bereits mit solchen Fächern ausgestattete Fahrzeuge sowie ein Fahrzeug im Wert von 110 000 Euro beschlagnahmt.

Sowohl das Drogenlabor als auch die Garage wurden von demselben kriminellen Syndikat betrieben, das Europa mit Kokain überflutete. Eines ihrer Mitglieder wurde in Rotterdam aufgrund eines von Eurojust unterstützten Europäischen Haftbefehls festgenommen.

Dieser Stich folgt auf einen früheren Aktionstag der französischen Gendarmerie am 31. März, bei dem 450 ihrer Beamten gegen dieselbe kriminelle Gruppe eingesetzt wurden und zur Festnahme von 8 Mitgliedern der Bande führten. Darüber hinaus wurden in der Region Marseille Kokain im Wert von 5 Millionen Euro sowie Cannabisharz im Wert von 3 Millionen Euro und Bargeld in Höhe von 3,4 Millionen Euro beschlagnahmt. Die Ermittlungen konnten das Kokain bis zu dem diese Woche in den Niederlanden angegriffenen unterirdischen Labor zurückverfolgen.

Europol-Unterstützung

Im Rahmen der laufenden nachrichtendienstlichen Aktivitäten mit seinen operativen Kollegen hat Europol verwertbare Erkenntnisse über die Aktivitäten dieses kriminellen Syndikats in Europa entwickelt.

Im November 2020 brachte Europol die nationalen Ermittler beider Seiten zusammen, die seitdem eng zusammenarbeiten, um eine gemeinsame Strategie zum Abbau des gesamten Netzwerks zu entwickeln. Die Verdächtigen wurden mit Unterstützung der Operation EMMA 95/LEMONT 26 identifiziert, der von Frankreich und den Niederlanden geleiteten Untersuchung gegen das Encrochat-Netzwerk.

Seitdem hat Europol zur Unterstützung der Ermittler vor Ort kontinuierlich nachrichtendienstliche Entwicklungen und Analysen bereitgestellt.