Anmelden


Großübung im Hafen: Hamburg bereitet sich auf Notfälle im Seuchenschutz vor

Was ist zu tun, wenn an Bord eines Kreuzfahrtschiffs mit Kurs auf Hamburg eine gefährliche Infektionskrankheit ausbricht? Wie können sich Behörden und Einsatzkräfte möglichst effektiv auf solche Szenarien vorbereiten?

Diesen Fragen geht ein Forschungsprojekt nach, das vom Hamburg Port Health Center (HPHC) koordiniert wird. Im Fokus stehen vor allem Schiffe mit vielen Menschen an Bord, wie zum Beispiel Kreuzfahrtschiffe. Passagiere und Besatzung können bei Landausflügen mit verschiedensten Erregern in Kontakt kommen und diese auf dem Schiff verbreiten. Außerdem stellen Kreuzfahrtschiffe ein mögliches Ziel für potenzielle terroristische Angriffe mit Biowaffen dar. Im Rahmen einer Übung werden Verfahrensweisen und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einsatzkräfte und Behörden, darunter Gesundheits- und Hafenbehörden, dem Havariekommando sowie dem Rettungsdienst, erprobt.

Der Termin findet statt am: Freitag, 15. Oktober 2021, ab ca. 9.00 Uhr, Cruise Center Steinwerder

Sie können folgende Situationen und Motive begleiten: Eine Maritime Incident Response Group (MIRG), bestehend aus speziell geschulten Einsatzkräften der Berufsfeuerwehren Hamburg und Kiel, wird durch einen Helikopter der Bundespolizei zum Einsatzort gebracht und dort über eine Seilwinde abgesetzt. Die vor Ort eingetroffenen Einsatzkräfte üben simuliert die intensivmedizinische Behandlung von Patienten in einem Notlazarett. Anhand von fiktiven Passagieren wird überprüft, wie hoch die Anzahl der Infizierten ist. Rettungskräfte schätzen die Situation vor Ort ein, indem sie einen Triage-Algorithmus auf mobilen Tablets nutzen. Der Leiter des Hafenärztlichen Dienstes sowie zuständige Behördensprecher stehen Ihnen für einen O-Ton zur Verfügung.

Eine vorherige Akkreditierung ist erforderlich. Bitte melden Sie Ihr Interesse bis zum Montag, 11. Oktober, 11.00 Uhr unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an. Sie erhalten bis Mittwochabend, 13. Oktober, eine Rückmeldung, in welchem Zeitraum ihre Teilnahme ermöglicht werden kann, und weitere logistische Hinweise zur Anfahrt, Teilnahme, dem Ablauf und möglichen Motiven. Bitte beachten Sie, dass der Zugang zum Gelände nur nach vorheriger Akkreditierung gewährt werden kann!

Das Projekt ARMIHN

An dem 2019 gestarteten Verbundprojekt „Adaptives Resilienz Management im Hafen“ des Hamburg Port Health Center sind neben den Partnern in der Notfallversorgung auch das Hamburger Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin (ZfAM) und die Universitätsmedizin Greifswald als Verbundpartner beteiligt. Es wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die im Projekt entwickelten Trainings- und Notfallkonzepte werden während mehrerer virtueller und einer reellen Übung im Hafen auf Praxistauglichkeit überprüft. Dabei kommt erstmals ein innovativer, digitaler Ansatz zur Vereinfachung der Triage zum Einsatz. Von dem Projekt profitiert nicht nur Hamburg: Die Ergebnisse sollen künftig auch von anderen Häfen adaptiert werden können.