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Veridos: Von Phygital zu virtuellen IDs

Die Zukunft der hoheitlichen Dokumente (IDs) wie Personalausweise, Reisepässe und Führerscheine ist virtuell. Auf dem Weg dorthin sind jedoch noch einige wichtige Herausforderungen zu bewältigen, denn IDs bleiben vorerst "phygital", erklärt Veridos.ID-Karten, Pässe und Führerscheine sind in weiten Teilen der Welt zunehmend "phygital". Dabei werden physische und digitale Komponenten mit Dokumenten kombiniert, die elektronische Chips enthalten, die Daten zur Identifizierung ihrer Inhaber speichern. Im Gegensatz zu rein physischen Ausweisen haben phygitale Ausweise einen entscheidenden Vorteil: Die Daten, die die Identität eines Bürgers feststellen, können ohne Reibungsverluste auf digitale Plattformen übertragen werden. Um diese Prozesse voranzutreiben, ist der nächste logische Schritt die weitere Digitalisierung der Ausweise - also ihre Virtualisierung für mobile Geräte wie Smartphones und Tablets. Bis es soweit ist, müssen Staaten, internationale Organisationen und Systemanbieter jedoch eine Reihe von Herausforderungen meistern. Veridos erläutert die wichtigsten davon:Neue Sicherheitslösungen entwickeln. Phygitale IDs enthalten zahlreiche physische Sicherheitselemente wie eine fühlbare Oberfläche, holografische Porträts oder Wasserzeichen. Bei virtuellen Dokumenten fallen diese Merkmale weg, wodurch eine Lücke entsteht, die durch neue Sicherheitslösungen geschlossen werden muss.
Aufbau landesweiter Infrastrukturen. Um virtualisierte Dokumente effektiv nutzen zu können, benötigen die Staaten flächendeckend komplette IT-Infrastrukturen. Dazu gehören Systeme für die leistungsfähige Verarbeitung großer Datenmengen. Diese sind z.B. für die grenzüberschreitende Authentifizierung virtueller Identitäten, z.B. bei internationalen Reisen, oder für mobile Lösungen notwendig, die es den Bürgern ermöglichen, ihre virtuellen Ausweise rechtssicher für digitale Dienste zu nutzen.
Internationale Normen festlegen. Für die reibungslose grenzüberschreitende Nutzung virtueller Identitäten werden internationale Standards benötigt. Organisationen wie die ICAO, eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, arbeiten bereits an Spezifikationen für die Harmonisierung und Standardisierung solcher Ausweise.
Gestaltungskonzepte für die Datensouveränität der Bürger. Ein Schlüsselfaktor für die Akzeptanz virtueller IDs durch die Bürger wird der Umgang mit ihren Daten sein. Nationale Behörden sollten Lösungen entwerfen, die den Bürgern die Hoheit über ihre Daten geben - zum Beispiel, indem sie ihnen erlauben, von Fall zu Fall zu entscheiden, welche Informationen sie freigeben wollen. Solche Konzepte können durch die Dezentralisierung von IDs realisiert werden.
Benutzerfreundliche Systeme gestalten. Neben den Dokumenten selbst geht es auch darum, die damit verbundenen Prozesse rund um die Beantragung und Ausstellung möglichst durchgängig zu digitalisieren. Da die Bürgerinnen und Bürger in der Regel nur alle paar Jahre einen neuen Ausweis benötigen, sind sie oft nicht mit den digitalen Systemen vertraut. Diese Systeme müssen daher möglichst intuitiv zu bedienen sein.
"Die Zukunft des Personalausweises wird immer virtueller werden, daran besteht kein Zweifel", erklärt Marc-Julian Siewert, CEO von Veridos. "Es wird sogar einige Ausreißer geben, vor allem Länder, die noch keine phygitalen IDs haben, werden diesen Schritt einfach überspringen. Aber die Mehrheit der Welt wird in den nächsten zehn Jahren immer noch phygitale IDs haben. Die Länder brauchen viel Geduld, um den nächsten Schritt hin zu vollständig digitalisierten Dokumenten zu machen, aber es wird sich lohnen. Schließlich können sie die Kommunikation zwischen Staat und Bürgern und damit die Effizienz der öffentlichen Verwaltung auf ein völlig neues Niveau heben."