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Datenhinterlegung als Gratis-Tool mit maximalem Schutz

Bei Veranstaltungen sollen Daten hinterlegt werden, um Contact-Tracing zu ermöglichen. Ein Team der TU Wien entwickelte dafür ein Gratis-Tool, das für maximalen Datenschutz sorgt. Das Kultur- und Vereinsleben ist durch Corona deutlich komplizierter geworden. Bei Veranstaltungen sollen Kontaktdaten hinterlegt werden, damit man informiert werden kann, falls ein Corona-Fall auftritt. Mit einem neuen Software-Tool, entwickelt an der TU Wien, wird das nun deutlich einfacher und sicherer: vereinstix, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster ermöglicht eine Kontakthinterlegung völlig unabhängig vom Veranstalter. Man muss keine App installieren, sich nirgendwo anmelden, und nichts dafür bezahlen. Es genügt, einen QR-Code zu scannen und eine beliebige Kontaktmöglichkeit anzugeben. Auch für Vereine ist vereinstix völlig gratis. Sie bekommen durch das Tool die Möglichkeit Online-Tickets zu verkaufen, Reservierungen zu verwalten und elektronisch Tickets zu kontrollieren.

Keine Macht den Daten-Kraken!

„Viel zu oft muss man im Internet Daten preisgeben, die man eigentlich lieber für sich behalten würde“, sagt Sophie Grünbacher vom Institut für Logic and Computation, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster der TU Wien. Sie arbeitet in der Forschungsgruppe für Cyber-Physical Systems von Prof. Radu Grosu an ihrer Dissertation und ist außerdem Eigentümerin des Online-Ticket-Anbieters „Absolut Ticket, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster“. „Manchmal muss man sich damit einverstanden erklären, geortet zu werden, oder seine Daten für Marketingzwecke zur Verfügung zu stellen. Wir wollten das alles nicht und haben daher überlegt, wie man eine Lösung entwickeln kann, die mit einem Minimum an Information und Aufwand auskommt und ein Maximum an Datenschutz gewährleistet.“

So entstand vereinstix – eine Plattform, die einfaches Contact-Tracing ermöglicht. „Man muss bei der Veranstaltung einfach nur einen QR-Code scannen und eine Kontaktmöglichkeit angeben – etwa eine Telefonnummer oder eine Emailadresse“, erklärt Philipp Neubauer, Mitgründer von vereinstix. „Wir fragen nicht nach Namen, oder sonstigen Daten, man muss nichts herunterladen oder speichern.“ Vereinstix verwendet keine Cookies, die Kontaktdaten werden über eine RSA 2-verschlüsselte Verbindung auf einen Server in Wien übertragen, daher gelten die strengen österreichischen Datenschutzregeln. Nach 28 Tagen werden die Daten gelöscht. Daten werden nur vom User zu vereinstix übermittelt, der Veranstalter kommt zu keinem Zeitpunkt an die Daten.

Vorteile für Vereine 

Vereine, die vereinstix nutzen wollen, müssen sich anmelden und können dann Reservierungen, Kartenverkauf und sogar die Ticketkontrolle beim Einlass über vereinstix abwickeln. Auch für sie ist vereinstix völlig kostenlos. „Wir alle wünschen uns trotz COVID-19 einen möglichst normalen Alltag, und da gehört ein Vereinsleben einfach dazu“, sagt Sophie Grünbacher. „Für die Firma Absolut Ticket, die hinter vereinstix steht, ist es natürlich auch wichtig, dass Veranstaltungen weiterhin möglich sind. Mit unserem Gratis-Tool wollen wir für mehr Sicherheit sorgen – sowohl in Hinblick auf unsere Daten als auch in Bezug auf COVID-19.“

Normalerweise beschäftigt sich das Team für Cyber Physical Systems mit komplexen technischen Lösungen, etwa im Bereich der künstlichen Intelligenz. „In diesem Fall wollten wir die Lösung allerdings so einfach wie irgendwie möglich halten, und das ist uns auch gelungen“, sagt Sophie Grünbacher. „Vielleicht ist das auch für andere Software-Anbieter ein Denkanstoß, nicht immer mehr Daten einzufordern, als man aus technischer Sicht wirklich unbedingt benötigt.“

Vereinstix ist nun online und einsatzbereit: https://www.vereinstix.at/