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Interschutz: Mehr Sicherheit aus der Luft – mit kabelgebundenen Drohnen

Herr der Lage zu bleiben – das ist bei Großbränden, Chemieunfällen, Naturkatastrophen oder einer Massenpanik nicht immer leicht. Klarheit schafft in solchen Einsatzfällen die Sicht auf ein Ereignis aus der Vogelperspektive.

Mit kabelgebundenen Drohnen, die stundenlang über einem Objekt oder Einsatzfeld schweben können, präsentieren das Luft- und Raumfahrtunternehmen ValoFly (Halle 16/Stand F61) und der Spezialkofferhersteller B&W International (Halle 14/Stand K01) auf der Interschutz (20.-25. Juni in Hannover) eine innovative Lösung zur Überwachung und Auswertung von Schadensereignissen.

Zum Einsatz kommen bei dem System leise, unbemannten Luftfahrzeuge (UAV), die über ein bis zu 50 Meter langes Kabel aktiv mit Strom versorgt werden (tethering systems), der über Generatoren oder Hochleistungsakkus erzeugt wird. Damit das System zeitlich und räumlich uneingeschränkt genutzt werden kann, ist es an einen Spezialkoffer als Bodenstation gekoppelt, in der die Wandlungs- und Steuertechnik Platz hat.

„Damit beispielsweise eine Kameradrohne wie die DJI Mavic 2 stundenlang am Himmel klebt, müssen 250 Watt Strom übertragen werden, die durch ein 35-Meter-Kabel fließen, das die Drohne mit Energie versorgt“, erläutert ValoFly-Geschäftsführer Daniel Stahlmann. Mit dem microTether, einem noch leistungsfähigeren System, seien sogar bis zu 1400 Watt möglich, um entsprechend größere Drohnen an noch längeren Leitungen betreiben zu können.

Die hohe Mobilität des Systems wird von dem Schutzkofferhersteller B&W International aus Ibbenbüren gewährleistet. So findet die Technik in einem leichten, hoch strapazierfähigem Spezialkoffer Platz, der vor allen Wettern, Staub und Erschütterungen schützt. „Es ging uns darum, eine Kofferlösung zu entwickeln, die das System schnell und uneingeschränkt einsatzfähig macht“, sagt Gerhart Seichter, Geschäftsführer von B&W International.

Das kabelgebundenen Drohnensystem ermöglicht Polizei, Feuerwehr und Rettung nicht nur den Kamerablick auf ein Schadensereignis. Mit entsprechenden Sensoren ausgestattet, kann beispielsweise ständig der Feinstaubgehalt in der Luft gemessen werden oder die Zusammensetzung einer Schadstoffwolke während eines Großbrandes. Eingesetzt werden die ValoFly-Systeme aber auch, um Baustellen zu sichern, Großveranstaltungen zu überwachen oder Daten aus Katastrophengebieten zu bekommen.