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Familienunternehmer Friedrich P. Kötter: „Sicherheit wird zum ganz entscheidenden Standortfaktor“

Gewaltexzesse im öffentlichen Raum, Bedrohungen durch Clankriminalität, Cyberangriffe auf die Energieversorgung: Nur drei Beispiele für die wachsenden Sicherheitsherausforderungen, denen speziell Großstädte gegenüberstehen. Über ihre Auswirkungen auf die Attraktivität als Wirtschaftsstandort und das subjektive Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung diskutierten gestern rd. 120 Teilnehmer bei der 6. „STATE OF SECURITY – Die Sicherheitskonferenz am Brandenburger Tor“, einer Veranstaltung von KÖTTER Security und German Business Protection (GBP).

Deutschlands Großstädte boomen und der Trend wird sich weiter fortsetzen. „Dies birgt einerseits große Chancen für die Stadt- und Wirtschaftsentwicklung, stellt die Kommunen andererseits gerade in Sachen Sicherheit vor große Aufgaben“, erklärte Friedrich P. Kötter, Verwaltungsrat der KÖTTER Security Gruppe. Ursachen hierfür seien u. a. neue Bedrohungslagen durch Extremismus und Organisierte Kriminalität, die Bildung sozialer Brennpunkte als Folge tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen, enge finanzielle Ressourcen der öffentlichen Hand sowie die Verwundbarkeit der Infrastruktur durch eine fortschreitende technische Vernetzung.

„Wir müssen Sicherheit neu denken und benötigen hierzu ein integriertes Sicherheitsmanagement, das auf die jeweiligen Anforderungen vor Ort zugeschnitten ist“, betonte der Vizepräsident des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW). „Im Fokus steht die intensive Verzahnung der Polizeiarbeit mit anderen öffentlichen, privaten und gesellschaftlichen Akteuren sowie Lösungen, die potenzielle Gefahren vorausdenken.“ Die Bausteine reichten von Stadtplanung und Quartiersmanagement über die verstärkte Kooperation von Behörden und Dienstleistern bis zum Einsatz digitaler Bausteine. Dabei gehe es nicht um ein reines Mehr an Kameras, sondern die maßgeschneiderte Nutzung neuester Technologien im öffentlichen Raum und durch Unternehmen, um kriminelle Taten durch optimierte Präventionsprozesse möglichst schon im Vorfeld zu verhindern. 

„Eine solch breit angelegte und auf Prävention ausgerichtete Sicherheitsstrategie trägt gleichermaßen zur nachhaltigen Steigerung von objektiver Sicherheit und subjektivem Sicherheitsempfinden bei“, sagte der Sicherheitsexperte. „Sie ist damit schon heute ein wesentlicher Faktor für die Städte im immer härter werdenden Wettbewerb um die Ansiedlung bzw. den Verbleib von Unternehmen und Fachkräften. Diese Entwicklung wird weiter zunehmen, so dass Sicherheit in Zukunft zum ganz entscheidenden Standortfaktor wird“, ist Friedrich P. Kötter überzeugt.

Klaus Zuch (Senatsverwaltung für Inneres und Sport): Investitionen in die Sicherheit zeigen Wirkung

Ähnliches betonte im Anschluss Klaus Zuch, Abteilungsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport der Stadt Berlin. Er verwies auf den weiter hohen Handlungsbedarf speziell beim Kampf gegen die Organisierte Kriminalität. Gleichzeitig hob er die insgesamt rückläufige Kriminalitätsentwicklung hervor: „In Berlin sind die Zahlen zum dritten Mal in Folge gesunken. Die gemeinsamen Maßnahmen wie mehr Polizeipräsenz in der Fläche, Sicherheitspartnerschaften von Polizei und Dienstleistern sowie verstärkte Investitionen in die Unternehmenssicherheit zeigen Wirkung. Dies müssen wir konsequent fortsetzen.“

Eigenes innogy-Trainingszentrum für die Abwehr von Cyberattacken

Die Herausforderungen für Betreiber kritischer Infrastrukturen griff Florian Haacke, CSO/Leiter Konzernsicherheit der innogy SE, auf und widmete sich dabei speziell dem Thema Cyber-Sicherheit. „Da schon ein Teilausfall unserer Netze und Anlagen immer auch unmittelbare Auswirkungen auf Industrieproduktionen, Telekommunikation, Versorgung der Privathaushalte etc. hat, sind wir uns als Energiewirtschaft unserer besonderen gesellschaftlichen Verantwortung z. B. bei der Vorbeugung und Abwehr von Cyberangriffen bewusst“, betonte der Leiter Konzernsicherheit. Daher seien allein bei innogy über 130 Spezialisten für die Sicherheit zuständig. „Mit der CyberRange-e hat innogy ein hochmodernes Trainingszentrum für die Mitarbeiter der Netzgesellschaften und IT geschaffen, das diese fit macht für die Erkennung und Abwehr von Cyberattacken gegen Energie-Infrastrukturen. Das Trainingszentrum kann auch durch andere Energieversorger, kommunale Partner und Sicherheitsbehörden genutzt werden“, sagte Florian Haacke.