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Open Source Software: Vorteile nutzen und Risiken vermeiden

Open Source Software zu nutzen, ist bei deutschen Unternehmen schon lange gang und gäbe, denn sie bringt ihnen viele Vorteile. Warum Unternehmen dabei auf kommerzielle Open-Source-Produkte setzten sollten, lesen Sie im Folgenden.

Bei Open Source Software (OSS) denken die meisten Anwender an kostenlose Software. Tatsächlich kann OSS gratis sein – muss sie aber nicht. In erster Linie bedeutet Open Source, dass der Quellcode offen und frei verfügbar ist. Jeder kann ihn einsehen, kopieren, weiterverteilen, dauerhaft nutzen und sogar verändern. Mehr als zwei Drittel der deutschen Unternehmen setzen bereits Open Source Software bewusst ein. Bei den größeren Betrieben ab 2.000 Mitarbeitern sind es sogar 86 Prozent, so eine Studie des Branchenverbandes Bitkom. OSS hat neben Kosteneinsparungen noch viele weitere Vorzüge. Zu den wichtigsten zählen Transparenz, Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit. Bei OSS liegt der Quellcode offen. Jeder, der sich dafür interessiert, kann ihn einsehen. Unternehmen können OSS zudem so lange und in der Form nutzen, wie es ihnen gefällt. Darüber hinaus sind Investitionen in OSS sicher: Dadurch, dass sie immer weitergegeben wird, existiert sie unabhängig von einem einzelnen Hersteller. Viele Basistechnologien werden zudem durch lizenzkostenfreie Bereitstellung einfach verfügbar. Das beginnt bei freier Anwendersoftware und geht über viele Serversysteme wie Datenbanken, Webserver oder Kommunikationssysteme bis hin zu Softwarebibliotheken, die für die Erstellung von IT-Produkten frei genutzt werden können.

Ist Open Source Software sicher?

Jede Software ist potentiell unsicher, dies gilt für proprietäre Software wie für Open Source. Die Intuition macht uns erst einmal skeptisch: Wenn die Quellen offen liegen, gefährdet das nicht die Sicherheit? Tatsächlich ist es jedoch gerade die Transparenz, die OSS sogar sicherer macht als proprietäre Software. Da der Quellcode offen liegt, kann er von jedem geprüft werden. Viele Augen sehen viel und Open-Source-Lösungen können nichts verbergen. So können Anwender sicher sein, dass zum Beispiel auch keine Hintertüren eingebaut sind. Da Anbieter von proprietärer Software keinen Einblick in ihren Quellcode gewähren, müssen die Anwender versuchen, ein ähnliches Sicherheitsniveau durch andere Maßnahmen zu erreichen, wie die Prüfung auf Schwachstellen oder die systematische Beobachtung des Verhaltens der Software. Dies kann eine freie Verfügbarkeit des Quellcodes nicht ersetzen, ist aber bei Lösungen, für die es keine Open-Source-Alternative gibt, ein gangbarer Weg. Zudem erhöht die meist höhere Frequenz von Updates und Patches die Sicherheit und zählt laut der Bitkom-Studie zu den wichtigsten Vorteilen von Open Source Software. Fehlerfrei ist jedoch auch Open Source Software nicht, und sie muss genauso sorgsam betrieben werden wie proprietäre Alternativen. Aber sie ist sicherlich – wo einsatzfähig verfügbar – die bessere Wahl.

Welche Vorteile birgt der Einsatz von kommerzieller OSS?

Open Source Software gibt es häufig sowohl als kostenlose als auch kommerzielle Version. Bevor sich Unternehmen für eine Variante entscheiden, sollten sie sich aber der möglichen Vorteile der kommerziellen Lösung bewusst sein, die besonders beim professionellen Einsatz entscheidend sein können. Open-Source-Anbieter stellen Support und Gewährleistung ausschließlich für ihre kommerziellen Produktlinien bereit, da dies der Kern ihres Geschäftsmodells ist. Nur dann gibt es auch SLAs, die festgelegte Leistungen garantieren. Technisch lassen sich auch die freien Varianten betreiben, aber dann muss das Anwenderunternehmen selber Wissen aufbauen und die Verantwortung für die Sicherheit und Funktionalität der Anwendung übernehmen. Dazu gehört auch, die Aktivitäten in der Community genau im Auge behalten, wichtige Updates und Patches herunterladen, testen und zeitnah einspielen. Alle diese Aufgaben erfordern den Erwerb und Erhalt von Expertenwissen, und erzeugen damit hohen Aufwand in den meist ohnehin schon stark belasteten IT-Abteilungen. Open-Source-Hersteller können sich dagegen auf ihr Produkt fokussieren und lernen von den vielen einsetzenden Kunden. Da Software im Unternehmensumfeld sicher und stabil laufen muss, ist es daher meist ratsam, auf kommerzielle Open-Source-Varianten zu setzen – sonst kann die vermeintliche Kostenersparnis schnell ins Gegenteil umschlagen oder die erhoffte Verbesserung der Sicherheit nicht erzielt werden.

Fazit

Kommerzielle Open Source Software ist für den Einsatz im professionellen Umfeld optimiert. Sie lässt sich einfach installieren, läuft stabil und punktet mit vereinfachtem Management, Gewährleistung und Support. Außerdem bietet sie häufig zusätzliche Services, die einen wertvollen Mehrwert bringen. Zu den wichtigsten Vorteilen für einsetzende Unternehmen gehört – vergleichbar wie bei proprietären Produkten – einen Ansprechpartner zu haben, der beratend und unterstützend zur Seite steht und das Produkt auch im Sinne der Unternehmen weiterentwickelt. So ist der Kunde dank offenem Source Code in vielerlei Hinsicht sicherer aufgestellt als mit Produkten proprietärer Anbieter.

Wer die kommerzielle Variante von OSS nutzt, kann so von den Vorteilen profitieren, ohne sich von den Risiken ausbremsen zu lassen.