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Zumtobel Group AG: Umsatzrendite infolge steigender Kosten und Investitionen leicht gesunken

Die Zumtobel Group konnte im ersten Quartal 2022/23 an die positive Umsatzentwicklung des letzten Geschäftsjahres 2021/22 anknüpfen: Das Unternehmen steigerte die Umsatzerlöse um 8,4 % auf 313,7 Mio. EUR (Vorjahr: 289,3 Mio. EUR), währungsbereinigt liegt das Plus bei 6,6 %. Diesem Umsatzplus wirkten jedoch deutlich gestiegene Preise für Inputfaktoren sowie ein gestiegener US-Dollar entgegen. Vor diesem Hintergrund sank das operative Ergebnis (EBIT) von 20,1 Mio. EUR auf 19,0 Mio. EUR leicht, die Umsatzrendite (EBIT-Marge) betrug 6,1 % nach 6,9 % im Vorjahreszeitraum. Das Periodenergebnis in Höhe von 10,9 Mio. EUR (Vorjahr: 13,4 Mio. EUR) war zudem von einem geringeren Finanzergebnis infolge einer negativen Hedging-Entwicklung beeinflusst.

"Die allgemeinen Preissteigerungen und geschwächte weltweite Lieferketten belasten die Zumtobel Group ebenso wie die gesamte Weltwirtschaft", betont Alfred Felder, CEO der Zumtobel Group. "Zwar gelingt es zunehmend, die Preissteigerungen auch an unsere Kunden weiterzugeben, aber dabei gibt es Grenzen. Zudem haben wir in strategisch wichtige Bereiche investiert, um für künftige Herausforderungen gut vorbereitet zu sein."

Deutliche Umsatzzuwächse in beiden Segmenten

Der Umsatz im Lighting Segment stieg im ersten Quartal 2022/23 um 6,6 % auf 226,5 Mio. EUR (Vorjahr: 212,4 Mio. EUR), v. a. infolge von erfolgreich durchgesetzten Preiserhöhungen und positiven Wechselkurseffekten. Im Components Segment wurde ein deutlicher Umsatzanstieg um 11,9 % auf 103,2 Mio. EUR (Vorjahr: 92,2 Mio. EUR) verzeichnet. Neben dem generellen wirtschaftlichen Aufwärtstrend mit erhöhten Verkaufsvolumina trug auch hier die Durchsetzung höherer Preise zur positiven Umsatzentwicklung bei.

Fast alle Regionen, in denen die Zumtobel Group aktiv ist, verzeichneten deutliche Zuwächse bei den Umsatzerlösen. In der DACH-Region (plus 9,1 %) galt dies v. a. für die Schweiz und Deutschland. In Österreich blieben die Umsätze hingegen unter Vorjahresniveau. In einem Großteil von Nord- und Westeuropa wurden Zuwächse erzielt, v. a. in Großbritannien und Schweden. Etwas geringer fiel das Wachstum in Süd- und Osteuropa aus. Der erhebliche Umsatzanstieg von 27,9 % in den Überseemärkten resultierte zum Großteil aus dem Vergleich mit einer schwachen Vorjahresperiode in den USA.

Erhöhte Kosten beeinflussen das Ergebnis

Deutlich gestiegene Material-, Energie- und Transportkosten sowie die gestiegenen Personalkosten belasten die Ergebnisentwicklung. Zudem stiegen wie geplant die Ausgaben für Produktinnovationen und Digitalisierung sowie die Entwicklungskosten um 1,8 Mio. EUR auf 16,9 Mio. EUR (Vorjahr: 15,0 Mio. EUR). Insgesamt stiegen die Vertriebs- und Verwaltungskosten (inkl. Forschung) um 5,8 Mio. EUR auf –86,0 Mio. EUR (Vorjahr: –80,2 Mio. EUR). Neben den Personalkosten stiegen u. a. auch die im Vorjahr noch von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägten Marketing- und Reisekosten.

Vor diesem Hintergrund reduzierte sich das operative Ergebnis von 20,1 Mio. EUR auf 19,0 Mio. EUR leicht. Die Umsatzrendite (EBIT-Marge) betrug 6,1 % (Vorjahr: 6,9 %). Das Periodenergebnis sank deutlicher auf 10,9 Mio. EUR (Vorjahr: 13,4 Mio. EUR). Der Grund ist im Wesentlichen das um 2,2 Mio. EUR verschlechterte Finanzergebnis, das v. a. von Verlusten aus Währungs­absicherungsgeschäften beeinflusst war. Für die Aktionäre der Zumtobel Group resultiert daraus ein Ergebnis je Aktie (unverwässert bei 43,1 Mio. Aktien) von 0,25 EUR (Vorjahr: 0,31 EUR).

Die Bilanzstruktur ist gegenüber dem 30. April 2022 wenig verändert. Die Eigenkapitalquote hat sich zum 31. Juli 2022 von 38,1 % auf 39,2 % verbessert. Die Nettoverbindlichkeiten erhöhten sich gegenüber dem Bilanzstichtag um 19,0 Mio. EUR auf 114,1 Mio. EUR. Die Bilanzsumme hat sich um 4,8 Mio. EUR leicht erhöht.

Zugehörigkeit zum Index VÖNIX unterstreicht Nachhaltigkeitsaktivitäten der Zumtobel Group

Seit dem 20. Juni 2022 gilt die neue Zusammensetzung des VBV-Österreichischer Nachhaltigkeitsindex (VÖNIX), in dem die Zumtobel Group auch weiterhin vertreten ist. Somit gehört der Leuchtenkonzern zu den 20 börsennotierten Unternehmen in Österreich, die sich hinsichtlich ökologischer und gesellschaftlicher Aktivitäten führend zeigen. Grundlage des bereits seit Juni 2005 berechneten "VÖNIX" ist die Messung unternehmerischer Nachhaltigkeit auf Basis eines Modells mit ökologischen und sozialen Ausschluss- sowie Positivkriterien.

"Dass wir in diesem Index vertreten sind, ist für uns ein Ansporn und zugleich Beleg dafür, dass wir in Sachen Nachhaltigkeit auf dem richtigen Weg sind", so Alfred Felder.

Ausblick bestätigt

Das Management der Zumtobel Group beurteilt die aktuelle geopolitische und wirtschaftliche Lage als weiterhin angespannt und die Folgen als schwer einschätzbar. Die weitere Entwicklung in der Ukraine, die Preise für Energie, Rohstoffe und Transport sowie die Verfügbarkeit von Halbleitern werden einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Weltwirtschaft, die Inflation und damit auch auf die Entwicklung der Zumtobel Group haben. Sorgen bereiten v. a. die Unwägbarkeiten im Hinblick auf eine sichere Versorgung mit Gas sowie die Entwicklung der Energiepreise.

Der Vorstand der Zumtobel Group bestätigt den bisherigen Ausblick und rechnet für das Geschäftsjahr 2022/23 mit einer Steigerung der Umsatzerlöse in einer Größenordnung von 3 % bis 6 % sowie mit einer EBIT-Marge von 4 % bis 5 %. Dieser Ausblick bedingt, dass Europa weiterhin ausreichend mit Gas versorgt wird, die Energiepreise sich einpendeln, die Verfügbarkeit von Vorprodukten für die Produktion von Leuchten und Komponenten sich nicht weiter verschlechtert und alle übrigen derzeitigen Risiken auf beherrschbaren Niveaus verbleiben.