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„Hat Bargeld noch eine Zukunft?“ – BDGW veranstaltet Diskussionsrunde im Frankfurter Presseclub

Die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wert- dienste e. V. (BDGW) hat am Dienstag, 19. Oktober 2021, im Frankfurter Presseclub e.V. eine Diskussionsrunde zum Thema „Hat Bargeld noch eine Zukunft?“ veranstaltet. Als Redner be- teiligten sich Michael Mewes, Vorstandsvorsitzender der BDGW sowie Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer der BDGW, an dem Panel. Als weiterer Gast war Prof. Dr. Malte Krüger, Professor für Betriebswirtschaft an der Hochschule Aschaffenburg geladen. Moderiert wurde die Diskussionsrunde, die auch via Live-Stream über YouTube und Facebook mitverfolgt wer- den konnte, von Arnd Festerling, Vorstandsmitglied des Frankfurter Presseclubs e.V..

Die Nutzung bargeldloser Bezahlungsmöglichkeiten wird beliebter

Der Trend zum bargeldlosen Zahlen wurde durch die Corona-Pandemie beschleunigt. Kritisch wurde darüber diskutiert, ob Bargeld ein Auslaufmodell ist oder neben anderen Bezahlmetho- den auch in Zukunft einen festen Platz in der Gesellschaft haben muss. Dazu BDGW-Vor- standsvorsitzender Michael Mewes: „Die Corona-Pandemie hat den Trend zur bargeldlosen Bezahlung sicherlich verstärkt. Dies hat spürbar negative Effekte für die flächendeckende Ver- sorgung mit Bargeld, gerade im ländlichen Raum. Die Schließung von Bankfilialen oder eine geringere Anzahl von Geldautomaten sind gravierende Folgen dieser Entwicklung. Dadurch leidet letztendlich die gleichberechtigte Teilhabe und die freie Entscheidung über das Zahlungs- mittel, denn viele Millionen Menschen in Deutschland besitzen keine Bankkarte und somit ist bargeldloses Bezahlen nicht für jedermann möglich.“ Prof. Dr. Malte Krüger von der TH Aschaffenburg fügte einen weiteren, wichtigen Aspekt hinzu: „Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen birgt das Risiko, einen gläsernen Bürger zu erzeugen. Selbst bei anonymisierten Be- zahlvorgängen kann man den ausreichenden Schutz der eigenen Daten als Otto-Normal-Ver- braucher nicht nachvollziehen.“

Diskussion um Bargeldbeschränkungen auf EU-Ebene nicht zielführend

Derzeit diskutiert die EU-Kommission über die Beschränkung des Bargelds, durch eine allge- mein geltende Bargeldobergrenze, zur Eindämmung von Kriminalität. Harald Olschok, Haupt- geschäftsführer der BDGW: „Die Überlegungen der Europäischen Union, man könne durch di

Beschränkung des Bargelds kriminelle Transaktionen eindämmen, können nicht als sinnvoll erachtet werden. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine Korrelation zwischen Bargeld und Kriminalität nicht existiert. Daher setzt sich die BDGW weiterhin dafür ein, unser Kernge- schäft konkurrenzfähig zu halten.“

Die Zukunft des Bargelds ist zudem eine Generationenfrage - Engagement von Politik, Wirtschaft und Bundesbank ist gefragt

Außerdem wurde darüber diskutiert, ob die Nutzung von Bargeld eine Generationenfrage sei. Im Hinblick darauf kann der demografische Wandel in Deutschland nicht ausgeklammert wer- den, denn dieser spricht deutlich für die weitere Nutzung von Bargeld. Vor allem die Politik muss zukünftig ein Interesse daran haben, alle Bevölkerungsschichten beim Thema Zahlungs- mittel zu berücksichtigen. In der praktischen Umsetzung sind sowohl die Bundesbank als auch die BDGW-Verbandsmitglieder selbst gefragt, den Bargeldkreislauf effizient und wettbewerbs- sicher zu gestalten. Zudem ist die Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs während Katastro- phenfällen ein wichtiges Argument für den Erhalt des Bargelds, da dieses weniger anfällig ge- genüber äußeren Einflüssen ist als andere Zahlungsmittel.

Die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste vertritt als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband die Interessen der Mitgliedsunternehmen gegenüber Bundes- und Länderministerien, Behörden, der Deutschen Bundesbank, sonstigen Verbänden, insbe- sondere dem Handelsverband Deutschland (HDE), dem Dachverband der Kreditinstitute Deutsche Kreditwirtschaft (DK) sowie gegenüber Versicherungsgesellschaften. Auf euro- papolitischer Ebene ist die BDGW Mitglied im Dachverband ESTA (European Security Transport Association) und vertritt somit nationale Interessen auch gegenüber der Euro- päischen Zentralbank und der Europäischen Kommission.

Derzeit sind 28 Geld- und Wertdienstleister als ordentliche Mitglieder, mit insgesamt 81 Niederlassungen, Mitglieder der BDGW. Diese repräsentieren circa 90 Prozent des Marktanteils. Hinzu kommen 25 außerordentliche Mitglieder, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen, wie z. B. Versicherungen, Spezialfahrzeugen und Sicherheitstech- nik, zu einem effizienten und reibungslosen Bargeldkreislauf beitragen.