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In Zeiten von Corona wichtiger denn je: Aufklärung von Jugendlichen über Gefahren im Internet – eine Umfrage von AVG

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, mussten Schulen in Deutschland vorsorglich schließen und innerhalb weniger Tage von Präsenz- auf digitalen Unterricht umstellen. Dazu kommt, dass die Schüler auch in der Freizeitgestaltung vermehrt digitale Medien konsumieren. Aufgrund der erhöhten Nutzung ist es wichtig, Schüler für die Gefahren im Internet zu sensibiliseren. Generell wünschen sich viele Eltern mehr Engagement von Schulen, wenn es um die Aufklärung über Gefahren im Internet geht. AVG hat in einer Umfrage* über 500 Eltern zu ihrem Wissensstand sowie ihrer Einstellung zum Thema Sicherheitsaufklärung bei Kindern befragt. Demnach ist jeder zweite (52,3 Prozent) der Meinung, dass Schulen über die Gefahren des Internets aufklären sollten. Von diesen wiederum fordern 59,7 Prozent ein verpflichtendes Schulfach, das Medien- und Internetkompetenz vermittelt. 

Dabei scheinen Eltern, die sich nach eigenen Angaben gut mit dem Thema IT-Sicherheit auskennen, besonders sensibilisiert zu sein: Von ihnen wünschen sich 78,9 Prozent, dass Schulen über Cybersicherheit Aufklärung betreiben. 72,6 Prozent sind es bei denjenigen, die bereits Opfer einer Cyberattacke waren, und 73,4 Prozent bei denen, die wissen, was ihre Kinder im Netz tun.

Förderung von Medienkompetenz bei Kindern 

„Es ist dringend notwendig, dass Sicherheitsaufklärung und Medienbildung feste Bestandteile des Schulunterrichts werden. Zwar tragen Eltern die Hauptverantwortung für die Erziehung ihrer Kinder und sollten ihnen, so gut es geht, einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet und sozialen Medien beibringen. Allerdings benötigen sie aufgrund der Komplexität und Fülle an Gefahren Unterstützung“, meint Luis Corrons, Security Evangelist bei AVG. 

Nur 35,4 Prozent der befragten Eltern sprechen mit ihren Kindern regelmäßig über die Gefahren im Internet. Ein Grund dafür könnte sein, dass weniger als die Hälfte aller Befragten (38,8 Prozent) glauben, dass sie selbst ausreichend über die Gefahren des Internets informiert sind und sich zutrauen, ihre Kinder darüber aufzuklären. Dabei sind Eltern im Alter von 40-49 Jahren nach eigener Einschätzung besser informiert (46,0 Prozent) als Eltern im Alter von 18-29 Jahren (28,4 Prozent). Insgesamt geben 73,5 Prozent zu, dass sie weder die unterschiedlichen Arten von Bedrohungen kennen, noch wissen, wie sie sich davor schützen können. 

Eltern und Schulen gleichermaßen gefordert 

„Eltern können ihre Kinder nur so weit aufklären, wie sie selbst informiert sind. In jedem Fall ist es jedoch wichtig, dass sie sich mit dem Thema Cybersicherheit auseinandersetzen und dazu mit ihren Kindern in Dialog treten. Wir als Sicherheitsanbieter stellen Tools und Informationen bereit, die Eltern dabei unterstützen“, so Corrons. 

Bereits 2008 forderte das Positionspapier der Länderkonferenz Medienbildungeine grundlegende, systematische Schulung der Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen als Teil der Allgemeinbildung. Mit dem DigitalPakt, der am 17. Mai 2019 startete, wollen Bund und Länder für eine bessere Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik sorgen. Darüber, ob Medienkompetenz als eigenes Schulfach oder fächerübergreifend eingeführt werden soll, sind sich Experten und Politiker allerdings uneinig und es gibt noch keine länderübergreifende Regelung. Die aktuelle Notwendigkeit, digitalen Stoff zu vermitteln und digital zu unterrichten, wird auf zukünftige Entscheidungen zu diesem Thema vielleicht Einfluss nehmen und sie weiter vorantreiben. 

*Für die Umfrage im Auftrag von AVG hat das Marktforschungsunternehmen GfK Eltern zu ihrem Wissenstand bei Sicherheitsthemen und ihrer Meinung bei Aufklärungsthemen befragt. An der Online-Befragung im Juli 2019 nahmen insgesamt 578 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren, die mindestens ein Kind haben, aus Deutschland teil.