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Geplante Millioneninvestitionen der NürnbergMesse: Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben

Deutschlands Messewirtschaft gehört zu den Branchen, die die Corona-Krise - völlig unverschuldet - am härtesten trifft. Das gilt auch für die NürnbergMesse, die für dieses Jahr ursprünglich einen Rekordumsatz von rund 350 Millionen Euro erwartete. An den geplanten Ausbauplänen will die Gesellschaft dennoch festhalten. Allerdings sollen die Investitionen gestreckt werden, wie jetzt die beiden CEOs der NürnbergMesse Group, Peter Ottmann und Roland Fleck, mitteilten.

Für einen weiteren Wachstumsschub sollen in den kommenden Jahren kräftige Investitionen in die Infrastruktur am Standort Nürnberg sorgen: Rund eine halbe Milliarde Euro soll in den Ausbau des Geländes fließen. Leuchtturmprojekt ist ein neues, rund 200 Millionen Euro teures Kongresszentrum, das Maßstäbe setzen soll: In Nürnberg soll das leistungsstärkste Messegelände Europas entstehen, was Kompaktheit und Leistungsfähigkeit betrifft. Bereits im nächsten Jahr sollten die Arbeiten starten. Im Jahr 2024 sollte das neue - in seinen ersten Entwürfen auf Plänen der inzwischen verstorbenen Stararchitektin Zaha Hadid beruhende - "NCC Süd" nach den Anfang 2020 präsentierten Plänen fertiggestellt sein.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Messewirtschaft habe sich die NürnbergMesse dazu entschieden, die geplante Investition in das vierte Convention Center im Messezentrum Nürnberg zu verschieben, heißt es von den beiden Messe-CEOs. Der ursprünglich für Februar 2021 vorgesehene Abriss der Halle 3 und daran anknüpfend der Spatenstich für das neue "NCC Süd" sollen stattdessen im Februar 2024 oder Februar 2025 erfolgen.
"Das Herz sagt immer noch ja, der Kopf nein. Doch in diesem Fall hört man besser auf den Kopf!", sagt Peter Ottmann. "Die Verschiebung des Baubeginns ist uns beiden nicht leichtgefallen. Aber in der von uns bekanntermaßen unverschuldeten Corona-Turbulenz geht es nun in erster Linie darum, die Liquidität des Unternehmens zu sichern", ergänzt Roland Fleck.
Die NürnbergMesse muss derzeit aufgrund der Corona-Krise in allen Bereichen des Unternehmens ergebniswirksam Kosten einsparen und liquiditätswirksam Ausgaben reduzieren. Dazu gehört auch eine zeitliche Streckung des geplanten Investitionsvolumens. Ebenfalls verschoben wird der Bau des futuristischen Bürogebäudes "The Key" im Messezentrum.
Die beiden Geschäftsführer kündigen jedoch an: Aufgeschoben sei nicht aufgehoben. Auch aktuell verfüge Nürnberg über ein attraktives Messegelände, das hervorragende Rahmenbedingungen für Messen, Kongresse und Events bietet. "Wir sind fest davon überzeugt, dass wir auch nach Corona zunächst ohne den geplanten Neubau bald wieder erfolgreich Messen durchführen werden", sagen die beiden CEOs der NürnbergMesse Group. Sie gehört zu den 15 größten Messegesellschaften der Welt und beschäftigt an elf Standorten in Deutschland, Brasilien, China, Indien, Italien, Griechenland, Österreich und den USA mehr als 1.000 Mitarbeiter.