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Euralarm: CPR-Vorschlag löst nicht die anhaltende Stagnation des Normungsprozesses und geht nicht auf die Marktbedürfnisse ein

Die Mitglieder der Euralarm-Fachgruppe Brandbekämpfung sind enttäuscht darüber, dass der Vorschlag der Europäischen Kommission für eine allgemeine Vorschrift nicht auf die Bedürfnisse des Marktes eingeht und die wichtigste Herausforderung für die Normung nicht angeht. Nichtsdestotrotz wird Euralarm weiterhin dazu beitragen, Feedback zur laufenden öffentlichen Konsultation zu geben, in der Erwartung, dass ein praktischerer Vorschlag vorgelegt wird.

Seit 1970 hat Euralarm hart daran gearbeitet, die Interessen der Branche des elektronischen Brandschutzes in den Bereichen der Normung und Gesetzgebung zu vertreten. Das Ergebnis sind robuste Normen, die sicherstellen, dass Gebäude zuverlässig auf Brandgefahren überwacht werden und die Bewohner durch automatische Benachrichtigungs-, Evakuierungs- und Löschsysteme geschützt werden können. Diese Normen befassen sich mit der Leistung der einzelnen Produkte sowie mit ihrer gegenseitigen Kompatibilität, wenn sie zu Systemen kombiniert werden. Die Kombination dieser Normen mit Anwendungsnormen führt zu funktionalen und zweckmäßigen Lösungen.

Die von den Euralarm-Mitgliedern bereitgestellten sicherheitskritischen Produkte bilden die Grundlage für zuverlässige Systeme, die in den Mitgliedstaaten gemäß soliden Installationsvorschriften eingesetzt werden.  Diese Vorschriften legen die besten Praktiken für die Bereitstellung solcher Systeme fest und lassen gleichzeitig sinnvolle (und transparente) Variationen und Abweichungen zu, wo dies angebracht ist.  Die größte Bedrohung für den anhaltenden Erfolg dieser gut etablierten Ordnung besteht darin, dass die dringend erforderlichen Überarbeitungen und Erweiterungen der Produktnormen, die dem System zugrunde liegen, durch die rechtlichen Bestimmungen der Grundverordnung und die Verzögerungen seitens der Europäischen Kommission behindert werden.

Obwohl Euralarm die Veröffentlichung des Vorschlags für eine neue BauPVO und die jüngste Fragestunde, die Gelegenheit zur Klärung des Verständnisses bot, begrüßt, sind unsere Mitglieder enttäuscht, dass der Vorschlag nicht auf die dringende Notwendigkeit eingeht, die anhaltende Stagnation des Normungsprozesses zu beheben.

Europäischer Normungsprozess

Normen für einzelne Brandschutzprodukte wie z. B. Rauchmelder fallen unter die BauPVO. Die Leistungsmerkmale dieser Produkte sind in ganz Europa weitgehend identisch, was den freien Handel mit diesen Produkten in der gesamten Region begünstigt. Eine Systemkompatibilitätsnorm legt fest, welche Produkte zu welchem System gehören, während die Planung, Installation, Inbetriebnahme und Wartung eines Brandschutzsystems durch nationale Normen geregelt wird. Diese Normen konzentrieren sich auf die Gesamtfunktion in Übereinstimmung mit nationalen und/oder regionalen Vorschriften. Diese Regelung wurde über viele Jahre hinweg entwickelt und entspricht den Bedürfnissen der Beteiligten auf dem gesamten Kontinent. Die Anwendungsnormen wären ohne robuste Produktnormen bedeutungslos.

Der Entwurf der CPR zeigt, dass es nicht möglich ist, die aktuellen Probleme einfach zu lösen, da sich die rechtlichen Grenzen nicht geändert haben. Harmonisierte Normen bleiben nach der Auslegung des Urteils des Europäischen Gerichtshofs durch die Kommission rechtlich kontrollierte Dokumente, und die neue BauPVO bietet keine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen.

Dies würde bedeuten, dass die Brandschutzindustrie alle Produktnormen neu schreiben müsste, um sie an die Forderungen der Europäischen Kommission anzupassen. Folglich müssten die Systemnorm und alle nationalen Anwendungsnormen neu verfasst werden. Wir schätzen die Zeitspanne für ein solches Unterfangen auf bestenfalls 10 Jahre. Dies wäre kein effektiver Einsatz von Ressourcen und würde sicherlich auf erheblichen Widerstand stoßen, da eine solche Umstellung unnötige Verwirrung und Unstimmigkeiten mit sich bringen würde.

Behauptungen, dass die vorgeschlagenen Änderungen eine Vereinfachung darstellen und die Kosten und Fristen für die Veröffentlichung von Normen verringern sollen, sind daher unbegründet.  Die Euralarm-Mitglieder rechnen mit höheren Kosten, mehr Komplexität und kürzeren Fristen.

Frustrierende Erfahrung

Zahlreiche Delegierte der Euralarm Fire Section haben eng mit dem zuständigen Normungsausschuss CEN/TC 72 zusammengearbeitet und mit Vertretern der EU-Kommission DG GROW und dem CEN-Management gesprochen. Unsere Mitglieder haben viele Jahre in die Teilnahme an Konsultationen, Folgenabschätzungen, technischen Workshops und der Gemeinsamen Normungsinitiative (JIS) investiert. Trotz dieser Bemühungen hatten die Euralarm-Mitglieder wenig Einfluss auf die Kommission, die sich wider Erwarten für eine umfassende Überarbeitung der CPR entschieden hat. Für alle Euralarm-Mitglieder war es frustrierend, dass der Erfolg nicht in unserer Reichweite lag.

Nichtsdestotrotz wird Euralarm in der Erwartung eines praktikableren Vorschlags ein Feedback zur laufenden öffentlichen Konsultation geben. Ein solcher Vorschlag sollte die erheblichen negativen Folgen für die Brandschutzindustrie - und für die von ihr bedienten Märkte - aufheben, die sich aus der derzeitigen Auslegung der Grundverordnung und der europäischen Normungsprozesse durch die Europäische Kommission ergeben. Unsere Branche ist in großer Gefahr, wenn dies nicht korrigiert wird. Unsere Bereitschaft, gemeinsam annehmbare Lösungen zu finden, kommt hier noch einmal deutlich zum Ausdruck.