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Sicherheitsgewerbe: Tariflicher Stundengrundlohn steigt auf mindestens 10,50 Euro

Am 1. Januar 2020 steigen die Stundengrundlöhne in der untersten Lohngruppe der privaten Sicherheitsdienste in drei Bundesländern auf 10,50 Euro. In allen anderen Bundesländern liegt der Stundengrundlohn bereits darüber. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen steigen die Löhne in der untersten Lohngruppe auf jeweils 11,00 Euro. „Hinzu kommen die gewerbetypischen Zulagen für die Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit“, darauf wies heute Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer und geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des BDSW, in Berlin hin.

„Damit liegen unsere Mindestlöhne über dem ab 2020 geltenden gesetzlichen Mindestlohn von 9,35 Euro je Stunde“, so Olschok. Viel entscheidender sei aber, dass mehr als die Hälfte der insgesamt 267.000 Beschäftigten der Sicherheitsbranche deutlich höher entlohnt würde. „Das sind die 25.000 Beschäftigten in der Luftsicherheit, 12.000 bei den Geld- und Wertdiensten, fast 10.000 Sicherheitskräfte, die militärische Liegenschaften schützen, 8.000 im ÖPV und rund 21.000 Revierfahrer bzw. Beschäftigte in den unternehmenseigenen Notruf- und Serviceleitstellen“, so Olschok. Hinzu kämen 15.000 Angestellte in der Verwaltung und ca. 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im qualifizierten Werkschutz mit Zusatzqualifikationen im Brandschutz oder Erster Hilfe. An der Spitze der Ausbildung und damit auch der Entlohnung lägen die Geprüften Schutz- und Sicherheitskräfte bzw. die Absolventen der beiden Ausbildungsberufe zur Service- bzw. Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Trotz der verbesserten Einkommenslage für die Beschäftigten steige die Zahl der offenen Stellen in der Branche nach den neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit weiter an.

„Die rund 450 Lohngruppen in bundesweit 70 Tarifverträgen sind für Außenstehende nicht immer leicht zu durchschauen. Das wissen wir. Sie spiegeln aber die Vielschichtigkeit der privaten Sicherheitsdienste und einer länderbezogenen Tarifpolitik wieder“, so Olschok. Insgesamt betreibe der BDSW gemeinsam mit den Gewerkschaften eine erfolgreiche Tarifpolitik. Die stetig sinkende Tarifbindung der Unternehmen werde immer mehr zum Gegenstand kontroverser politischer Streitigkeiten. Dies gilt nicht für das Sicherheitsgewerbe. Das Statistische Bundesamt habe in seiner letzten Studie zur Tarifbindung festgestellt, dass 67 Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Branche tarifgebunden seien. Dieses weit überdurchschnittliche Ergebnis sei das Resultat einer marktgerechten Tarifpolitik und vor allem Folge der Allgemeinverbindlichkeit unserer Tarifverträge, so Olschok abschließend.