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Kommentar: Hotelkette MGM meldet riesiges Datenleck

Die US-amerikanische Hotelkette MGM Resorts ist von einem riesigen Datenschutzverstoß betroffen, bei dem die Daten von rund 10,6 Millionen Hotelgästen im Internet veröffentlicht und von Hackern abgegriffen wurden. Berichten zufolge gehören zu den geleakten Daten unter anderem Telefon- und Passnummern, E-Mail-Adressen und Geburtstage. Die genauen Hintergründe sind noch unklar, jedoch sollen die Cyberkriminellen die Daten über einen Cloud-Dienst abgezogen haben.

Kommentar von Thorsten Geissel, Director Sales Engineering EMEA, Tufin Technologies:

„Dass erneut Millionen von sensiblen Kundendaten im Netz veröffentlicht wurden, ist erschreckend und unterstreicht einmal mehr, dass Daten, die in der Cloud gehostet werden, dasselbe Sicherheitsniveau benötigen, das auch on-premises gespeicherte Daten erfahren. Nur so kann das Risiko für derartige Datenleaks nachhaltig verringert werden. Der Übergang zu hybriden Umgebungen und komplexeren, fragmentierten Netzwerken stellt heutzutage fast alle Unternehmen vor große Herausforderungen und erschwert es, die Kontrolle über die Daten zu behalten. Ohne konsistente Richtlinien entwickeln sich schnell verschiedene Sicherheitslücken und es drohen Compliance-Verstöße.“

Kommentar von Markus Kahmen, Regional Director DACH, Thycotic:

„Der Diebstahl ihrer personenbezogenen Daten bedeutet für die MGM-Gäste das Risiko für jahrelangen Identitätsdiebstahl und Cyberangriffe. Viele der gestohlenen Identitätsinformationen haben in der Regel eine Laufzeit zwischen 5 und 10 Jahren – man denke etwa an Reisepässe. Der Vorfall ist für die Opfer also keine Eintagsfliege, sondern könnte sie auch noch in vielen Jahren beschäftigen, solange sie kompromittierte Dokumente nicht neu beantragen, was in der Regel mit Aufwand und Kosten verbunden ist. Sie müssen nun genau prüfen, ob und welche ihrer Daten gefährdet sind, um gegebenenfalls Vorsichtsmaßnahmen treffen zu können.

Und auch die Verantwortlichen bei MGM müssen nun analysieren, wie es zur Offenlegung solch privilegierter Informationen kommen konnte. Die Cloud wird als Speicherort für sensible Daten – auch in Europa – immer beliebter. Die Sicherheit ist hier jedoch noch nicht ganz hinterhergekommen. Vorfälle wie dieser erklären auch, warum Deutschland bei der Cloud-Nutzung im weltweiten Vergleich noch zurückhaltend ist.“