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Jetzt also auch die Telekom…

Das Darknet ist der Schwarzmarkt des Internets. Dinge, für die man sich früher an dunklen Ecken mit zwielichtigen Gestalten treffen musste, lassen sich dort auf verschiedenen Marktplätzen erstehen. Von Waffen über Drogen bis hin zum Auftragsmord – wer weiß, wo er suchen muss, wird im Darknet fündig. Und noch andere Waren sind aktuell sehr beliebt: Von Computerviren über Trojaner und Krypto-Software der neusten Generation bis hin zu Nutzerdaten unterschiedlichster Dienste. Der Handel mit den digitalen Gütern blüht. Meist werden die Nutzerdaten in größeren Paketen mit mehreren zehntausend Datensätzen angeboten und sind je nach Qualität und Aktualität für wenige Bitcoin zu haben.

Was das Ganze mit Ottonormalverbrauchern zu tun hat? Nun, der erste Teil der Aufzählung hoffentlich nichts! Doch gerade die virtuellen Waren betreffen nicht nur einen kleinen Teil der Bevölkerung, sondern jeden, der im Internet unterwegs ist und über verschiedene Nutzerkonten verfügt! Das wurde auch in dieser Woche wieder deutlich, als im Darknet zwischen 64.000 und 120.000 Datensätze von Telekom-Kunden zum Kauf angeboten wurden. Eine Stichprobe ergab, dass es sich diesmal wohl auch um aktuelle Daten handelt. Laut Telekom liegen keine Hinweise darauf vor, dass die Daten aus einem Sicherheitsverstoß beim Unternehmen selbst stammen könnten. Vermutlich seien sie bei Phishing-Angriffen erbeutet worden. Für diese These spricht auch, dass offenbar Daten unterschiedlicher Unternehmen angeboten wurden.

Die Telekom nutzt die Datenpanne dafür, um bei ihren Kunden mehr Bewusstsein für Kennwortsicherheit zu schaffen und wirbt für den regelmäßigen Wechsel der eigenen Kennwörter. Ein guter und wichtiger Rat, den auch wir unseren Kunden regelmäßig geben. Und so sei an dieser Stelle nochmal auf die Regeln der Kennwortsicherheit hingewiesen:

1. Verwenden Sie für jeden Account ein eigenes Kennwort.

2. Verwenden Sie möglichst komplexe Kennwörter mit mindestens 12 Zeichen.

3. Ändern Sie Ihr Kennwort regelmäßig oder wenn der Verdacht besteht, dass jemand außer Ihnen es kennt.

4. Behalten Sie niemals die voreingestellten Kennwörter, die Diensteanbieter Ihnen zuschicken.

Der Fall der Telekomdaten reiht sich nahtlos ein in eine Serie von Meldungen über große Pakete mit Nutzerdaten, die in den letzten Monaten im Darknet angeboten wurden. Sogar große Namen der Internetszene – also Menschen, die es eigentlich besser wissen sollten – wie Mark Zuckerberg, Spotify-Gründer Daniel Ek und Google-Chef Sundar Pichai wurden in den letzten Wochen gehackt, weil sie offenbar das gleiche Kennwort für verschiedene Dienste genutzt und es auch nicht regelmäßig geändert haben. Das zeigt: Wer sich im Netz zu sicher fühlt, kann damit ganz schnell in die Falle tappen!