Anmelden


Warum ist eine Erdung der elektrischen Anlage wichtig?

Die Verbindung der elektrischen Anlage mit dem Erdreich wird „Erdung“ genannt. Warum ist eine Erdung so wichtig für die Sicherheit und Funktionalität? Isolationsfehler oder andere Mängel in einer Elektroinstallation können sich schädlich auf andere leitfähige Systeme im Gebäude auswirken, z. B. auf die Kommunikationsanlagen, die Antennenanlagen oder die Steuerung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen. Diese leitfähigen Systeme sind z. T. mittelbar oder unmittelbar miteinander verbunden.

Auch die große Anzahl der Elektrogeräte in einem Haushalt, z. B. Haushaltsgeräte und Multimediageräte erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass bei Fehlern in der Elektroinstallation gefährliche Berührungsspannungen auftreten.

Um diese Gefahren zu vermeiden, ist ein Potentialausgleich vorgeschrieben, der alle vorhandenen metallenen Systeme des Gebäudes, Schutz-, Funktions- und Potentialausgleichsleiter der elektrischen Anlage über eine Haupterdungsschiene miteinander verbindet. Dadurch werden mögliche Potentialdifferenzen ausgeglichen und Störströme über die Erdungsanlage abgeleitet. „Mit einer physikalisch korrekten Erdung der elektrotechnischen Infrastruktur des Gebäudes werden Störungen der Geräte und Anlagen vermieden und es wird ein sicherer, bestimmungsgemäßer Betrieb ermöglicht. Das ist wegen der wachsenden Ausstattung mit Gebäudesystemtechnik, mit Smart-Home-Systemen, PV-Anlagen, E-Speichern und Lade- einrichtungen für E-Fahrzeuge besonders wichtig“, sagt Dr. Jan Witt, HEA- Geschäftsführer.

Welche Erder werden hauptsächlich eingesetzt? Üblich sind Fundamenterder sowie Ring- und Tiefenerder. Fundamenterder werden schon in der Bauphase in das Betonfundament eingebracht und stehen deshalb mit der Erde großflächig in Berührung. Sie bestehen aus Rund- oder Bandstahl.

Wenn das Gebäudefundament in bestimmten Fällen nicht für den Fundamenterder geeignet ist, kann auch ein Ringerder außerhalb des Gebäudefundamentes errichtet werden. Für Neubauten ist ein Fundamenterder/ Ringerder hervorragend geeignet, da für ihn praktisch keine zusätzlichen Erdarbeiten notwendig sind. Tiefenerder sind Erder aus Rundstahl, die senkrecht mit einer Länge von circa 5 Metern in das Erdreich eingebracht werden.

Fazit: Die Erdung ist ein wichtiger Bestandteil der elektrischen Anlage und erfüllt wesentliche Sicherheitsfunktionen. Die Errichtung und Prüfung erfolgt durch eine Elektro- oder durch eine Blitzschutzfachkraft. Der Anschluss des Erders an die elektrische Anlage darf nur durch einen Elektrofachbetrieb durchgeführt werden, der für die Errichtung elektrischer Anlagen bei einem Netzbetreiber eingetragen ist. Die Zukunftsfähigkeit eines Gebäudes und dessen Nutzwert werden zunehmend von der elektrischen Infrastruktur bestimmt. Wirksame Erdungsanlagen sind die Grundvoraus- setzung für eine komplexere, digitale und vernetzte Elektroinstallation und damit für zukunftssicheres Bauen und Wohnen. Erdungsanlagen müssen bezüglich Schutzwirkung und Funktion für die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes wirksam sein. Maßnahmen, die nicht bereits bei der Errichtung des Gebäudes getroffen werden, können nachträglich nur mit erheblichem baulichem und finanziellem Mehraufwand für den Kunden umgesetzt werden.